Binzstraße Berlin, Neubau, Fertigstellung 2019

Bei dem Neubau des Wohnhauses handelt es sich um einen Lückenschluss, der sich harmonisch in seine Umgebung fügt, indem er Elemente des gründerzeitlichen Bauens mit einer eigenen, fluiden Formsprache verbindet. Die rhythmisch gestaltete Fassade ist gekennzeichnet von bis auf den Boden reichenden Holzfenstern mit durchgängig gleicher Höhe, sowie von Loggien, Terrassen und Balkonen. Ein herausstechendes Element der Fassade bildet das Frontispiz mit Turmzimmer, das die vorgegebene Höhe des Dachs überragt.

Lebendige Vergangenheit

Im Inneren des Mietshauses verbindet eine großzügige, sich ovalförmig nach oben wendelnde Treppe die einzelnen Geschosse miteinander.

Die Unterseiten der Balkone weisen balkenähnliche Stützen auf – Charakteristikum und Reminiszenz an italienische Renaissancebauten, wie sie auf den Gemälden des Malers Lorenzetti zu sehen sind. Die Balken fungierten hier als Deckenstützen und ragten aus dem Innen- in den Außenraum.

Balkone mit Konsolen

Einladende Distanz

Die beiden dem Gebäude zur Straße hin angegliederten Vorgärten bilden eine Referenz an die Umgebung, gemahnen aber auch an Eingangssituationen Londoner oder New Yorker Mietshäuser. Sie verfügen über je eine Treppe, die einen ungestörten Wechsel zwischen Wohnung im Erdgeschoss und Garten ermöglicht. Die Umfriedung mit Mauer und Buchsbaumhecke bildet zusammen mit den Lichtstelen einen einladenden Eingangsbereich, der zugleich Distanz von Gehweg und Straße schafft.

Skizze, MK
Kategorie
Wohnhaus
Standort
Binzstraße 42, Berlin, Weißensee
Fertigstellung
2019
Planung
2016-2019
Projektleitung
G. Pesenti
Mitarbeit
S. Caiulo
Ausführungs­planung
kwp Architekten, Berlin
Bauherr
Binz 42 GbR, München, Benedikt Lex
General­unternehmer
Lattermann Bau GmbH