Ensemble am Wasser­turm Berlin, Neubau, Entwurf 2013

Ensemble am Wasserturm

In den 1960er Jahren wurde in dem Geviert zwischen Belforter, Straßburger und Metzer Straße die Hälfte des infolge der Kriegszerstörungen weitgehend abgeräumten Häuserblocks durch Zeilenbauten besetzt, welche die überkommene städtebauliche Struktur auflösten und die Grundstücksausnutzung massiv reduzierten. Jetzt geht es darum, eine städtebauliche Konzeption zu verwirklichen, die eine weitgehende, vorläufige Bestandsgarantie für die Zeilenbauten bietet und dennoch die sowohl wirtschaftlich als auch städtebaulich gebotene Verdichtung und die Wiederherstellung des Blockrands an der Straßburger Straße realisiert.

Raumgestalt

Das Projekt verleiht den drei an der Straßburger Straße entstandenen Etagenhäusern durch eine leicht skulpturale Behandlung der Straßenfassaden eine Körperlichkeit, die an dieser Stelle gewissermaßen den Verlust kompensiert, den Berliner Gründerzeitquartiere durch den Wegfall von Fassadenschmuck und Belebung durch Erker und Balkone erfahren haben. Durch die leichte Faltung der Fassaden und die variationsreiche Anordnung von Fassadenauskragungen und Balkonen wird ein lebendiges und spannungsreiches Fassadenbild erzeugt, durch Rhythmus und Proportionierung stockwerkshoher Fensterflächen wird eine ruhig-elegante Anmutung angestrebt, die mit den Altbaufassaden der gegenüberliegenden Straßenseite korrespondiert.

Abwechslungsreiche Grundrisse

Das skulpturale Element und die kristalline Formensprache finden sich gesteigert an den Hoffassaden, zumal an deren Ausstülpungen, welche die vorzusehenden Seitenflügel ausmachen; denn eben diese skulpturale Entwurfsidee legte es nahe, Vordergebäude und Seitenflügel als Einheit zu modellieren. So ließen sich für die einzelnen Wohnungen vielfältige Grundrisslösungen entwickeln, und zur Gartenseite konnten auch größere Balkone gestaltet werden. Terrassenflächen ergaben sich schließlich durch die Rücksprünge des Dachgeschosses, vor allem an den Seitenflügeln und an der bis zur Grundstückskante an der Belforter Straße vorgezogenen Gebäudespitze. Dieses Prinzip der Durchmodellierung der Grundrisse ermöglichte eine Durchmischung der Wohnungstypen, welche das auch vom Bauherrn angestrebte Nebeneinander verschiedener Lebensformen zulässt.

Gelebte Vielfalt

Kein Wohnungsgrundriss gleicht dem anderen. Der für unsere Zeit charakteristischen Auffächerung der Lebenskonzepte und der Wohnraumnutzung wird so optimal Rechnung getragen. Indessen wird das breite Spektrum der einzelnen Wohnungszuschnitte zusammengehalten durch das durchgängig kristalline Formprinzip.

Kategorie
Wohn- und Geschäftshaus
Planung
2010–2013
Mitarbeit
G. Pesenti, B. Mosca und S. Stortone
Bauherr*in
econcept Immobilien und Projektentwicklung KG (GmbH&Co), Berlin