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Wasserturm

Neubau Wohn- und Geschäftshaus

"Projekt am Wasserturm" in Berlin Prenzlauer Berg

In den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde in dem Geviert zwischen Belforter, Straßburger und Metzer Straße die Hälfte des infolge der Kriegszerstörungen weitgehend abgeräumten Häuserblocks durch Zeilenbauten besetzt, welche die überkommene städtebauliche Struktur auflösten  und die Grundstücksausnutzung massiv reduzierten. Jetzt geht es darum, eine städtebauliche Konzeption zu verwirklichen, die eine weitgehende vorläufige Bestandsgarantie für die Zeilenbauten vorsieht und dennoch die sowohl wirtschaftlich als auch städtebaulich gebotene Verdichtung und die Wiederherstellung des Blockrands an der Straßburger Straße vorsieht.


Das Projekt sieht vor, den drei an der Straßburger Straße vorzusehenden Etagenhäusern durch eine leicht skulpturale Behandlung der Straßenfassaden eine Körperlichkeit zu verleihen, die an dieser Stelle gewissermaßen den Verlust kompensiert, den Berliner Gründerzeitquartiere durch den Wegfall von Fassadenschmuck und Belebung durch Erker und Balkone erfahren haben. Durch die leichte Faltung der Fassaden und die variationsreiche Anordnung von Fassadenauskragungen und Balkonen wird ein lebendiges und spannungsreiches Fassadenbild erzeugt, durch Rhythmus und Proportionierung stockwerkshoher Fensterflächen  wird eine ruhig-elegante Anmutung angestrebt, die mit den Altbaufassaden der gegenüberliegenden Straßenseite korrespondiert.


Das skulpturale Element, die kristalline Formensprache findet sich gesteigert an den Hoffassaden, zumal an deren Ausstülpungen, welche die vorzusehenden Seitenflügel ausmachen; denn eben die skulpturale Entwurfsidee legte es nahe, Vordergebäude und Seitenflügel als Einheit zu modellieren. So ließen sich für die einzelnen Wohnungen vielfältige Grundrisslösungen entwickeln, und zumal zur Gartenseite ließen sich auch größere Balkone gestalten. Terrassenflächen ergaben sich schließlich durch die Rücksprünge des Dachgeschosses, vor allem an den Seitenflügeln und an der bis zur Grundstückskante an der Belforter Straße vorgezogenen Gebäudespitze.


Dieses Prinzip der Durchmodellierung der Grundrisse ermöglichte eine Durchmischung der Wohnungstypen, welche die auch vom Bauherrn angestrebte Durchmischung verschiedener  Lebensformen ermöglicht. Kein Wohnungsgrundriss gleicht dem anderen, der für unsere Zeit charakteristischen Auffächerung der Lebenskonzepte und der Wohnraumnutzung wird so optimal Rechnung getragen. Indessen wird das breite Spektrum der einzelnen Wohnungszuschnitte zusammengehalten durch das durchgängige kristalline Formprinzip.


Konzeptplanung 2010-2013 mit G.Pesenti, B.Mosca und S.Stortone
Studienauftrag Realisierung 2013 mit G.Pesenti
Bauherr/Bauträger: econcept Immobilien und Projektentwicklung KG (GmbH&Co), Berlin
Renderings: Pure, Berlin