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Backfabrik

Backfabrik

Prenzlauer Berg, Berlin

 

Das industrielle Zeitalter hat Berlin, wie manche andere europäische Stadt auch, innerhalb weniger Jahrzehnte von einer immerhin bedeutsamen Hauptstadt zu einer Metropole globaler Bedeutung wachsen lassen. So ist es nicht verwunderlich, dass selbst in Zentrumsgegenden bis heute Überreste einst industriell genutzter Gebäude erhalten sind. Stillgelegt, überwachsen und verwunschen, wenn nicht längst schon abgerissen und dem Verfall anheimgefallen, sind sie die heutigen romantischen Schlösser, die trutzigen Burgen und Wächter einer vergangenen Zeit.


In der Backfabrik nahe dem Alexanderplatz wurden über 100 Jahre lang Backwaren aller Art produziert. Die mindestens drei Bauphasen lassen die kontinuierliche Expansion in Form von Gebäude verschiedenen Alters erkennen.


Der Entwurf sieht vor, durch teilweise radikale Ergänzungen, aus dem Konglomerat von Gebäuden unterschiedlichen Stils ein Ganzes werden zu lassen. Eine Lichtskulptur beherrscht die Dachlandschaft und schafft vor allem Nachts geographische und geschichtliche Bezüge zu Berlin. Die neuen Fassaden und die teilweise ergänzten Fassaden und deren Abschlüsse, Gesimse und Tore beziehen sich (in direkter Anlehnung an meine Recherche meines Projektes der Viehhöfe) ohne kopieren zu wollen auf das Berlin des 19.Jhdts. Im Mittelpunkt des Ensemles, hoch über der Dachlandschaft steht die 12m hohe Lichtsskulptur. Den Abschluss zur Prenzlauer Alle und zum Soho-House bildet der Neubau eines eingeschossigen Hallengebäudes mit zwei Turmaufsätzen.


Umbau und Neubau eines Multimediazentrums, 2001-2007 (mit C. Urban, Umbau)
Genehmigungsplanung und Ausführungsplanung: Tritscher/Bartels, Trixner/Tyrra
Baukosten: 22 Mio Euro
Bauherr: R.E.M.M. Berlin
Fotos: Markus Hawlik und Markus Hattwig