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Hansequartier Anklam

NEUBAU EINES STADTQUARTIERS IM HISTORISCHEN ALTSTADTKERN VON ANKLAM

 

Das Projekt setzt sich mit der Wiederherstellung der Stadtkante zum Fluss Peene hin und mit der Wiedergewinnung eines von der Flusslandschaft her erlebbaren Stadtpanoramas auseinander. Die abgrenzende Figur der einstigen Stadtmauer und des späteren alten Rathauses wird durch eine komplex durchgeformte Blockrandbebauung wiederaufgenommen und durch das weithin sichtbare Stadtzeichen eines Turmpaares überhöht. Es bietet sich an, den orthogonalen Stadtgrundriss auch im nördlichen Randbereich im wesentlichen
beizubehalten und auszugestalten, zugleich aber die herausragende Situation
eines Stadteingangs vom Fluss her zur Ausbildung eines Stadtplatzes mit
hoher Aufenthaltsqualität zu nutzen, zumal das Straßenraster dieser Stadt die
Ausbildung solcher Plätze bisher kaum zugelassen hat. Die Bauhöhe der
Neubauten mit einem oder zwei Obergeschossen orientiert sich an der
überlieferten Stadtstruktur, die turmartigen Eckbauten nehmen Bezug auf
das von Kirchtürmen überragte Gesamtbild der Stadt. Schließlich gilt es, den
naturgegebenen reizvollen Kontrast zwischen weiträumiger Flusslandschaft
und städtischer Enge und Dichte gestalterisch auszuarbeiten.

 

Das Bauvorhaben ist dem Ziel verpflichtet, einer von vielfältigen
Zerstörungsschüben gezeichneten Stadt an markanter Stelle architektonische
Substanz zurückzugeben. Die Sprache der von uns ersonnenen Architektur
will sich nicht von der Stadtgeschichte absetzen, sondern will integrierend
die noch vorhandenen Traditionselemente aufnehmen, verbinden und
weiterentwickeln zu einem attraktiven gegenwartsbezogenen
Erscheinungsbild der Stadt Anklam. Die komplexe Gestalt vor allem der
Turmbauten mag als Reminiszenz an die dichte, oftmals additive Bauweise
aus der Zeit der Gotik empfunden werden; das Fassadenbild aber bezieht
sich deutlich auf die dominante klassizistische Phase der Stadtentwicklung.
Zumal für den neugeschaffenen Stadtplatz erscheint uns eine visuell reiche,
noble und wohl-proportionierte Gestaltung der deutlich voneinander
abgesetzten Bauteile angezeigt, denn erfahrungsgemäß hängt die Akzeptanz
eines Platzes und die Wirtschaftlichkeit der da angesiedelten
Unternehmungen eindeutig auch von dem Anspruchsniveau ab, das der
Durchgestaltung der umgebenden Baukörper und Fassaden zugedacht wird.


Neubau, Planung ab 2013
Entwurfs- und Genehmigungsplanung: 2014-2017
Projektleitung: G.Pesenti – Mitarbeit: A.Totaro
Bauherr/Bauträger: K2 Hanse GmbH & Co. KG, Anklam
Baukosten: 14,0 Mio Euro